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TELE-audiovision International — The World‘s Largest Digital TV Trade Magazine
— 01-02/2013
der AMA Oberklasse zumin-
dest in den Datenblättern
abzugrenzen.
(Table)
Normalerweise reicht für
eine korrekte Sat-Installa-
tion die Messung von BER.
Dieser Messwert zeigt die
Bit-Fehlerrate an, also wie
oft ein Bit-Fehler im Daten-
strom auftritt. Handelt es
sich um kleine Werte, kön-
nen die Bit-Fehler durch die
VITERBI Fehlerkorrektur au-
tomatisch korrigiert werden.
Im Gegensatz dazu zeigt
MER das Modulations-Feh-
lerverhältnis an. Je grösser
dieser Wert, desto genauer
fallen die Symbole in die ent-
sprechenden Quadranten.
Die simultane Messung von
BER und MER ist besonders
bei der Wartung und Fehler-
diagnose wichtig. So kann
es vorkommen, dass bei ei-
nem hohen MER-Wert trotz-
dem erhöhte Bit-Fehlerraten
auftreten. Meist liegt der
Grund an intermittierenden
Problemen, die zum Beispiel
durch oxidierte Kabel oder F-
Stecker verursacht werden.
Das KWS VAROS 109 kann
BER als CBER und VBER
anzeigen. CBER bedeutet
„Channel Bit Error Rate“ und
zeigt die Bit-Fehlerrate vor
der VITERBI-Fehlerkorrek-
tur an. Werte von 1e-5 bis
1e-6 sind gut, ab 1e-4 ist
mit Empfangsproblemen zu
rechnen. VBER zeigt hinge-
gen die Bit-Fehlerrate nach
der VITERBI-Fehlerkorrektur
an. Hier sollte durchwegs ein
Wert von unter 1e-8 erreicht
werden, also ein Bit-Fehler
pro 108 Bits, damit auch bei
schlechtem Wetter ein guter
Empfang gewährleistet wer-
den kann.
Weiterhin kann das KWS
VAROS 109 auch die Strom-
aufnahme am HF-Eingang
messen. Dies ist wichtig um
zu gewährleisten, dass der
Tuner eines Satelliten-Re-
ceivers nicht zu sehr stra-
paziert wird. Dies ist immer
dann der Fall, wenn am LNB-
Kabel außer dem LNB noch
Multischalter und gar DiSE-
qC-Motoren hängen.
Wie immer testen wir un-
sere Messgeräte auch im
realen Alltag und diesmal
galt es folgende Aufgaben
mit dem KWS VAROS 109 zu
meistern:
1) Neujustierung un-
seres Antennenarray.
Für
unsere Produkttests haben
wir aus 4 Flachantennen ei-
nen kleinen Antennenarray
zusammengestellt, um auf
möglichst handliche Art und
Weise auf vier Satellitenpo-
sition zugreifen zu können.
Die vier Flachantennen sind
auf einem gemeinsamen
Ständer mit vier vertikalen
Rohren montiert und die ge-
samte Anlage lässt sich ohne
SCR und JESS
mit dem KWS VAROS 109
1. In den DiSEqC-Einstellungen können auf
die SCR(Unicable) und JESS Funktionen
zugegriffen werden.
2. Da die Frequenzen der UB-Scheiben
individuell programmiert werden kann das
KWS VAROS 109 verschiedene Speicher-
bänke verwalten, damit die Konfiguration
der UB-Scheiben nicht jedes Mal neu defi-
niert werden müssen.
3. Bei SCR können bis zu 8 Teilnehmer indi-
viduell mit bis zu 2 Satelliten-Positionen
versorgt werden. Die Mittenfrequenz jeder
UB-Scheibe ist individuell programmierbar,
um zum Beispiel Störungen zu vermeiden.
4. Die Mittenfrequenz lässt sich schnell
und bequem mit der numerischen Tastatur
eingeben. Im Hintergrund wird das Spek-
trum der jeweiligen UB-Scheibe in Echtzeit
dargestellt.
5. Das KWS VAROS 109 unterstützt auch
die erweiterte SCR-Norm mit dem Namen
JESS (Jultec Enhanced Stacking System).
Diese kann 4 Satelliten-Positionen an bis zu
16 Teilnehmern über nur ein einziges Kabel
zur Verfügung stellen.
6. Die Konfiguration ist mit der SCR-Konfi-
guration ähnlich, nur dass hier eben bis zu
16 UB-Scheiben eingestellt werden können.
7. Natürlich kann auch hier die Mittenfre-
quenz jeder UB-Scheibe individuell ange-
passt werden.
8. Das KWS VAROS 109 kann die UB-
Scheiben auch automatisch durch einen
Suchlauf ermitteln. Dies ist bei der
Neueinrichtung eine große Hilfe, da so die
Mittenfrequenz der einzelnen UB-Scheiben
automatisch vordefiniert werden.
9. Hier war keine JESS-Umsetzereinheit
angeschlossen und prompt beschwerte
sich das Messgerät!
10. Weil keine JESS-Umsetzereinheit ange-
schlossen war, wurden natürlich auch keine
UB-Scheiben gefunden. Dies ist ein offen-
sichtlicher Fehler, doch genauso können
zum Beispiel durch das Kabel hervorgeru-
fene Störungen aufgedeckt werden.
11. Da bei JESS 4 Satelliten-Positionen
angesprochen werden können ist es sinn-
voll, dies auch zu prüfen. Kein Problem
mit dem KWS VAROS 109, denn diese
Umschaltung kann besonders komfortabel
und schnell über das entsprechende Menü
getätigt werden.
12. Unter dem Menüpunkt „Prog.Tool“
verbirgt sich etwas ganz besonderes: das
KWS VAROS 109 kann auch SCR- und
JESS-Antennendosen programmieren.
Diese verhindern, dass Teilnehmer durch
Manipulation der LNB-Einstellung ihres
Receivers die anderen Teilnehmer stören.
13. In einer übersichtlichen Tabelle
können die Antennendosen individuell
programmiert werden. Die Konfiguration
der Antennendosen kann ausgelesen und
zurückgeschrieben werden. So kann man
leicht alle Teilnehmer überschauen, damit
gewährleistet ist, dass sich diese nicht
gegenseitig beeinflussen.
Messgerät
Leistung dBµV)
VBER
KWS VAROS 109
82.0dB
<1.00e-8
KWS AMA 210S
81.5dB
<1.00e-8
KWS AMA 218S
81 dB
<1.00e-8
Table - Vergleichs-Messung: Astra 19.2E - 11.066 MHz,
Vertikal, 22000, 5/6
weitere Befestigungen auf
den Boden stellen. Dies ist
in unserem Testcenter-Alltag
besonders praktisch, da man
so die Antennen schnell zur
Seite räumen kann, ohne die
einzelnen Antennen zuein-
ander verstellen zu müssen.
Wir können so verschiede-
ne Empfangsanlagen auf
reduziertem Raum testen,
ohne die Antennen komplett
abzubauen. Erwartungsge-
mäß waren die Antennen
nach einigen Monaten dann
doch verstellt und wir woll-
ten diese mit Hilfe des KWS
VAROS 109 wieder neu jus-
tieren. Dazu schlossen wir
das Messgerät mit Hilfe des
mitgelieferten blauen Mess-
kabels an den 4/1-DiSEqC
Multischalter des Anten-
nenarrays.
Die Justierung machte mit
dem KWS VAROS 109 so
richtig Spaß. Einfach im LNB-
Menü DiSEqC-1.0 eingestellt
und schon ist es möglich, die
vier Eingänge direkt anzu-
wählen. Mit dem Spektrum-
Analysator kann die Antenne
fertig justiert werden. Da es
sich bei unseren Antennen
jedoch um 60cm Flachan-
tennen handelt, wollten wir
diese wirklich auf maximalen
Empfang ausrichten, um zum
Beispiel auch den UK-Beam
von Astra 1N auf 28.2E an
unserem Standort empfan-
gen zu können. Dieser Satel-
lit ist im Norden von Portugal
laut Ausleuchtzone eigent-
lich erst ab 100cm Schüssel-
größe grenzwertig zu emp-
fangen (ideal sind 120cm),
bei uns klappt es bei gutem
Wetter aber auch schon mit
60cm. Unser Interesse an
diesem Satellit ist gerade
der grenzwertige Empfang,
mit welchem wir gerne die
Tuner unserer Testgeräte bis
zum Empfangslimit testen.
In nur 15 Minuten konn-
ten wir alle 4 Antennen auf
bestmöglichen Empfang jus-
tieren (28.2E, 19.2E, 13.0E
und 30.0W). Es erstaunte
uns, wie unkompliziert das
KWS VAROS 109 bei die-
ser Arbeit zur Seite stand.
Da der Messbildschirm alle
Messwerte simultan an-
zeigt, müssen nur wenige
Tasten getätigt werden und
die wenigen notwendigen
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