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TELE-audiovision International — The World‘s Largest Digital TV Trade Magazine
— 03-04/2013
ten, schwenkten wir das weiße Hand-
tuch und suchten im Internet nach ei-
ner Anleitung. Diese zu finden war gar
nicht so einfach und nach der Lektüre
verstanden wir, warum es nicht mit
der MicroSD-Karte klappte. Die Firm-
ware wird nämlich über den USB-Port
geflasht. Doch damit dies klappt, wird
DfuSe benötigt. Es handelt sich hier um
ein Demo-Tool zur Firmware Aktualisie-
rung, dass von der ST-Webseite unter
-
ceSelector/app?page=resourceSelecto
r&doctype=SW_DEMO&ClassID=1734
kostenlos geladen werden kann.
Nun muss das Oszilloskop in den
Bootloader-Modus gebootet werden.
Dazu schaltet man es bei gedrückter
Minus-Taste ein. Auf dem Bildschirm
des DSO201 erscheint der Hinweis zum
Boot-Modus und das DFuSe-Tool er-
kennt das Gerät. Wir empfehlen, zuerst
einen Backup der installierten Firmwa-
re zu tätigen. Dazu muss im „Upload
Action“ Feld auf „Choose“ gedrückt
werden. Wählen Sie nun einen Namen
für die Datei, zum Beispiel „backup.
dfu“ und klicken Sie auf „Upload“. Nun
kann nach Belieben eine alternati-
ve Firmware aufgespielt werden. Wir
empfehlen die „DSO BenF Firmware
v3.61“. Diese besteht aus zwei Dateien,
„DSO BenF APP v3.61.dfu“ und „DSO
BenF LIB v3.52.dfu“. Spielen Sie beide
nacheinander auf und starten Sie das
DSO201 neu.
Im Vergleich zu einem Multimeter,
das nur die aktuelle Spannung anzeigt,
registriert ein Oszilloskop die Span-
nung über einen Zeitraum. Dadurch
werden analoge und digitale Signale
sichtbar. Mit einem Multimeter kann
man zum Beispiel prüfen, ob 14V für
die Stromversorgung eines LNB’s in
der horizontalen Ebene vorhanden
sind. Das 22kHz Signal, das zur Um-
schaltung in den High-Bereich des
LNBs dient, kann ein Multimeter jedoch
nicht darstellen, denn es handelt sich
hier um ein Rechteck-Signal mit einer
Frequenz von 22kHz, dessen Spannung
aber nur mit einem Intervall von un-
ter einem Volt variiert. Auf der Anzeige
des Multimeters wird daher weiterhin
14V dargestellt. Mit einem Oszillos-
kop kann das Rechteck-Signal sichtbar
gemacht werden, man kann also zum
Beispiel prüfen, ob der Receiver das
22kHz Signal ordnungsgemäß erzeugt.
Das Hauptmerkmal eines Oszillo-
skops ist seine Auflösung. Diese be-
schreibt die Frequenz, die das Gerät
Fehlersuche: Im
Haus konnte eine
Ebene (V-L) auf
Astra 19.2E nicht
empfangen werden.
Mit dem DSO201
konnte sichergestellt
werden, dass der
Multischalter in
Ordnung ist.
messen kann. Professionelle Messge-
räte schaffen locker Messungen mit
über 100MHz. Das DSO201 wird mit
einer Bandbreite von 1MHz beworben,
doch es handelt sich hier um einen
Wert der Marketingabteilung. In Wahr-
heit sollte man bei Handheld-Oszillo-
skopen die Bandbreite um den Faktor
10 verkleinern, um einen annähernd
realistischen Wert zu erhalten. Wofür
kann das DSO201 nun im Satellitenbe-
reich noch eingesetzt werden, außer
zur Messung des 22kHz Signals?
Wie erwähnt, misst ein Oszilloskop
eine Spannung über einen Zeitraum.
Dieser Zeitraum kann eingestellt wer-
den, normalerweise von 1µs bis 1s
oder sogar länger. Dieser Wert be-
schreibt den Zeitraum der X-Achse.
In der Y-Achse wird die Spannung
dargestellt. Sobald das Ende der X-
Achse erreicht wurde, wird die Grafik
von neuem aufgebaut. Bei analogen
Oszilloskopen mit einer Bildröhre wird
der Kathodenstrahl einfach zum linken
Rand des Bildschirms zurückgeführt
und fährt erneut in Richtung rechts.
Ohne weitere Konfiguration wird so
ein sehr konfuses und unruhiges Bild
erstellt, denn die Rückführung in der
X-Achse erfolgt normalerweise nicht
an idealer Stelle, so dass das nächs-
te Bild versetzt aufgebaut wird. Um
dies zu vermeiden, gibt es die Trigger-
Funktion. Diese dient dazu, das neue
Bild erst dann aufzubauen, wenn der
Spannungspegel einen definierten
Grenzwert erreicht. Bei periodischen
Schwingungen kann so ein Standbild
erzeugt werden. Die Trigger-Funktion
bietet zwei Parameter: zum einen der
Spannungs-Grenzwert, zum anderen
die Trigger-Art:
- Absteigend
- Aufsteigend
- Einmal
- Kontinuierlich
Ein horizontaler Marker wird dazu
hoch oder runter gefahren und mar-
kiert den Spannungswert, ab wel-
chem die Grafik erneut an der linken
Bildschirmseite aufgebaut wird. Das
DSO201 kann den Nullpunkt über die
X-Achse versetzen, so dass Signale,
die vor dem Trigger geschehen, auch
sichtbar gemacht werden können. Um
das Ergebnis abzulesen, besitzt ein
modernes digitales Oszilloskop eine
Pause-Funktion, die den aktuellen Bild-
schirm einfriert. Jeweils zwei horizon-
tale und vertikale Marker können vom
Anwender an die gewünschten Positio-
nen gebracht werden, um so ein Span-
nungs- und Zeit-Intervall anzugeben.
Die fertig berechneten Werte werden
1...,122,123,124,125,126,127,128,129,130,131 133,134,135,136,137,138,139,140,141,142,...228