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TELE-audiovision International — The World‘s Largest Digital TV Trade Magazine
— 05-06/2013
Neues
von
HISILICON
Vitor
In Ausgabe 11-12/2012 haben wir
schon von HISILICONs HI3716C be-
richtet. Nun hat der Hersteller von
SoCs weitere Versionen auf den
Markt gebracht, die als Basis für zu-
künftige Receiver dienen werden.
Wir haben uns die Spezifikationen
angeschaut.
Bei einem „SoC“ handelt es sich um
ein „System on Chip“, also einem Chip,
der nicht nur den Prozessor, sondern
auch viele zusätzliche Funktionseinhei-
ten integriert. Anders als bei einem ge-
wöhnlichen Computer benötigt man mit
einem SoC keine separaten Chips für
Audio und Video Schnittstellen, sogar
USB und SD-Karten werden direkt mit
dem SoC verbunden. Dies spart Kosten
und vereinfacht die Entwicklung. Die
Receiver-Hersteller können gezielt den
geplanten Funktionsumfang des neuen
Receivers umsetzen, in dem der pas-
sende SoC gewählt wird. HISILICON
bietet zum SoC auch Referenz-Layouts
der Platine an, so dass der Kunde (Re-
ceiver-Hersteller) praktisch nur noch
den gewünschten Tuner, Frontdisplay
und Fernbedienung wählen muss. Hin-
zu kommt natürlich die Entwicklung der
Firmware und des Gehäuses und fertig
ist der Receiver.
Der Vorteil dieser Vorgehensweise
ist, dass ein Hersteller so ein wirklich
eigenes Modell entwickeln kann – die
Firmware wird dem Geschmacksmus-
ter des Herstellers angepasst und die
Bedienung des Gerätes geschieht nach
eigenen Vorstellungen des Herstellers.
Ein weiterer Vorteil sind die erheblich
geringeren Produktionskosten.
Viele besonders kleine Anbieter kau-
fen fertige Produkte ein, bei welchen nur
die Logos und Verpackungen angepasst
werden. Heutige Kunden merken aber
schnell, dass es sich bei solchen Recei-
vern eben doch nur um Massenproduk-
te handelt, wodurch der Wert der Marke
verloren geht: der Kunde kauft von den
baugleichen OEM-Modellen einfach das
billigste und installiert obendrein oft-
mals die Firmware des Konkurrenten,
wenn diese sich als besser oder schöner
erweist.
In Ausgabe 11-12/2012 haben wir schon von HISILICONs HI3716C
berichtet.
TELE-audiovision.com/12/11/hisilicon
Deshalb macht es auf jeden Fall Sinn,
sich als Receiver-Hersteller Gedanken
zu machen, ob nicht doch lieber in eine
Entwicklung auf Basis von SoC-Chips
wie denen von HISILICON investiert
werden sollte: schließlich kommt man
so zu einem „eigenen“ Produkt.
HISILICON bietet unter anderem die
folgenden drei SoC an, die auf unter-
schiedliche Funktionen zielen und dank
Referenzdesigns und Entwicklungsum-
gebungen die Entwicklung seitens des
Herstellers minimieren. Nicht zuletzt
sind die hier vorgestellten SoCs deshalb
interessant, weil sie explizit für Linux
und sogar Android Betriebssysteme
ausgelegt sind, was die Entwicklung und
Anpassung von Software vereinfacht.
So entsteht durch die Auswahl der
Komponenten (Tuner, RAM-Speicher,
Flash-Speicher, Ein-/Ausgänge, usw.)
und der Anpassung der Software ein
individuelles Produkt, das von der Kon-
kurrenz nicht einfach kopiert werden
kann. Somit ist eine lange Produktpfle-
ge möglich, was letztendlich dem Mar-
kennamen zugutekommt.
Die SoCs der aktuellen Hi3716 Ge-
neration liegen in drei Versionen vor,
die für unterschiedliche Receiver-Typen
ausgelegt sind.
Hi3716C –
Smart TV Hybrid STB
Diesen Chip haben wie schon in Aus-
gabe 11-12/2012 besprochen. Die Be-
sonderheit ist, dass sein ARM9 Kern es
ermöglicht, als Betriebssystem das von
Smartphones und Tablets bekannte An-
droid zu verwenden. Dadurch eröffnen
sich ungeahnte Möglichkeiten am Fern-
seher. Durch die moderne Oberfläche
wird die Bedienung stark vereinfacht.
Hinzu kommen Anwendungen wie IPTV,
Webbrowser, Videotelefonie, usw.
Besonders Anbieter von Triple Play
(TV, Internet und Telefon) sollten sich
diesen wundervollen SoC genauer an-
schauen, denn mit ihm lassen sich
wirklich geniale Receiver entwickeln,
mit denen die kombinierten Triple Play
Inhalte an nur einem Gerät auch wirk-
lich genutzt werden können. Besonders
interessant: der Chip verfügt über drei
Netzwerk-Schnittstellen: zwei RJ-45
Buchsen mit 10/100MBPS sorgen für
den Anschluss an das normale Heim-
Netzwerk, während eine weitere RJ-45
Buchse mit 1000MBPS einen problem-
losen Anschluss für IPTV bietet.
Hi3716H – Advanced HD
Bei dieser Version handelt es sich um
einen SoC für die Entwicklung von Li-
nux-Receivern mit „Personal Video Re-
corder“ (PVR) Funktion, die zum einen
als Empfänger für digitales Fernsehen
geeignet sind (je nach Tuner zum Bei-
spiel DVB-S/S2, DVB-C/C2, DVB-T/T2,
usw.), anderseits dank des ARM9 Kern
so viel Rechen-Power im Vergleich zu
heutigen Linux-Receivern bieten, dass
ungeahnte Funktionen möglich sind.
Wer diesen SoC einsetzt, möchte Re-
ceiver entwickeln, die auch für Video-
telefonie geeignet sind – wie aus dem
Blockdiagramm abzulesen, ist dafür
extra eine eigene Schnittstelle vorge-
sehen – und Social Media Applikationen
sind deshalb genauso vorherzusehen
wie die Nutzung anderer Internet-Con-
tents.
Dass dieser SoC über eine SATA-
Schnittstelle verfügt, die den Anschluss
interner und externer Festplatten er-
laubt, rundet den Funktionsumfang
ab. Im Grunde hat man es praktisch
mit einem vollständigen Computer mit
ARM9 Architektur zu tun und wir träu-
men schon heute von der kommenden
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