TELE-audiovision - Weltweit größte Digital TV Fachzeitschrift - page 154

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TELE-audiovision International — The World‘s Largest Digital TV Trade Magazine
— 07-08/2013
TTL Recovery
13. In the Putty window, confirm you
received the files with the “ls” command.
Notice that the “update” file is listed
in grey. This means that it cannot be
executed!
14. Use the “chmod 755 update” command
to change the privileges, so that “update”
can be executed.
15. Repeat the “ls” command: “update” is
now listed in green, meaning that it can be
executed.
16. Execute the command “./update
backup_kernel_344” to flash the backup
kernel into the flash. This will take a few
minutes and the receiver will then restart
automatically. It may be necessary to turn
the receiver off and on again. It will boot
with a kernel that can be upgraded using
the normal procedure with a USB pen and
AZUp. Congratulations! The receiver is
alive again.
Lötkolben kommt man nicht weit. Viel
besser ist es, eine Heissluft-Lötstation
zu besitzen. Diese sind gar nicht mal so
teuer und machen sich schnell bezahlt
wenn es darum geht, Chips auszulö-
ten oder kleinste SMD-Bauteile anzulö-
ten. Ab 150 Euro bekommt man schon
brauchbare Modelle.
In wenigen Sekunden hatte ich mit
der Heissluft-Lötstation zwei passende
Widerstände mit der Beschriftung 103
von irgendeinem alten Motherboard
ausgelötet und auf die AZBox-Platine
gelötet. Schön ist die Tatsache, dass der
winzige Widerstand dank der Oberflä-
chenspannung des Lötzinns korrekt auf
die Kontakte angezogen wird. Mit dem
Auge ist es nicht einfach, dies zu prü-
fen. Es ist also doch etwas einfacher als
es aussieht. Das JTAG-Interface war in
Minuten fertig und schon konnte es los-
gehen. Mit der OpenSource OpenOCD
Software wird der Flashvorgang aus-
geführt. Doch schnell kam die Ernüch-
terung: der Flashvorgang ist langsam.
Nicht normal langsam, sondern wirklich
langsam. Nach meinen Berechnungen
würde der komplette Flashvorgang der
8MB zwei Wochen dauern! Deshalb habe
ich mir die Firmware-Datei mit einem
Hex-Editor angeschaut.
An den „geraden“ hexadezimalen
Adressen erkennt man recht einfach,
ob ein neuer Speicherbereich anfängt.
Man muss sich den Flash-Speicher wie
eine Diskette vorstellen, auf welcher
verschiedene Dateien gespeichert sind.
Zwischen den Dateien gibt es bis zur
nächsten „geraden“ Speicheradresse
immer einen freien Bereich, der entwe-
der mit &H00 oder &HFF gefüllt ist. Da
im Flash auch der Kernel untergebracht
ist und ich einen solchen ja auch als
Datei auf dem Computer hatte, konnte
ich schnell vergleichen wo sich dieser
im Flash befindet. Es lohnt sich auf je-
den Fall mal in eine Flash-Datei reinzu-
schnuppern und dafür eignet sich der
OpenSource Hex-Editor „Frhed“ hervor-
ragend.
Meine Untersuchung ergab, dass die
8192 KB wie folgt aufgeteilt sind:
- &H000000-&H0040000 – Erster
Bootloader
- &H004000-&H0080000 – YAMON
- &H008000-&H0700000 – Linux-Ker-
nel
- &H070000-&H07FFFFF – Erstes
Dateisystem
Somit müsste es eigentlich ausrei-
chen, nur die ersten &H80000 Bytes
zu schreiben, statt die kompletten
&H800000. Dieser Flashvorgang sollte
in einer Nacht erfolgreich durchlaufen.
Ich habe mit dem Hex-Editor deshalb
die ersten &H80000 Bytes in eine neue
Datei kopiert und diese mit OpenOCD
geflasht.
Und tatsächlich: am nächsten Morgen
konnte ich den Receiver zumindest bis
zum YAMON starten. Nun spielte ich über
TFTP erneut das Notfall-Image in den
RAM-Speicher. Um jedoch nicht wieder
den Bootloader und YAMON zu verlieren
habe ich mit dem Hex-Editor die ersten
&H80000 Bytes entfernt, um dann die
resultierende Datei ab Speicherposition
&H008000 zu flashen. Dieser Vorgang
dauerte nur wenige Minuten und siehe
da: der Receiver startete wieder und ich
konnte nun mit AZUp ganz normal eine
Firmware aufspielen – der Receiver wur-
de erfolgreich zum Leben erweckt.
Damit ist der Beweis erbracht: mit
Hilfe eines TTL-Adapter kann man bei
Vorhandensein von YAMON jede AZBox
direkt mit einem Kernel beschreiben.
Mit unbelebten AZBox Receiver wird
niemand ein Haus bauen können, denn
man kann sie sämtlich wiederbeleben!
Dieser AZBox Ultra HD Receiver ist
mir nun ganz besonders ans Herz ge-
wachsen, denn nach einigen schlaflosen
Nächten, einigem Löten und der JTAG-
Behandlung kenne ich nun die Innereien
wie bei keinem anderen Receiver.
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